Machtkampf

Sehr oft erfahre ich, dass Menschen denken, Machtkämpfe fänden nur in Hierarchien statt, also vor allem im geschäftlichen Bereich, in Firmen, in der Politik usw. Glaubst Du das auch?

Dem ist nicht so. Machtkämpfe finden überall dort statt, wo gestritten wird, wo es um das „Recht haben“ geht also vor Allem auch in Beziehungen. Machtkämpfe beruhen darauf, dass ich urteile, bewerte, vergleiche. All das tue ich aufgrund meiner Erfahrungen, aufgrund dessen, was ich erlebt habe. Jeder tut das. Doch jeder macht seine eigenen Erfahrungen und bewertet, urteilt, vergleicht aufgrund dieser. Was für den einen eine absolut schwerwiegende (beschwerende) Erfahrung sein kann, kann für einen anderen „gar kein Problem“ sein. Vielleicht hast Du Dich mal gefragt, wieso das so ist? Dies kommt aus meinem Umgang mit den Erfahrungen. Dort wo es mir gelingt – meistens mit Hilfe von Trost und Verständnis durch andere – mich durch Enttäuschung, seelischen Schmerz, Leid, Wut, Angst, Groll usw. durchzufühlen und wieder in der Freude anzukommen – habe ich mich nicht beschwert, „kein Problem“ daraus gemacht, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass es leicht ist, durch diesen Schmerz durchzugehen. Bei Kindern ist das gut zu beobachten. Wenn diese eine Enttäuschung erleben und jemand da ist, der sie einfach nur hält, ihnen Trost gibt und die Zeit, die es braucht– da muss gar nichts gesagt werden – kann man beobachten, dass sie sich nach einer gewissen Zeit „durchgefühlt“ haben. Nicht selten passiert es dann, dass sie genau zu demjenigen zurückgehen, durch den sie gerade die Enttäuschung erfahren haben. Dies ist eine logische und menschliche Folge. Denn der Trost und die Freude, in der ich wieder angekommen bin, sind eine Form von Liebe, die wieder geteilt werden will und zwar dort, wo diese gebraucht wird. Was hier passiert ist eine reine Form von Vergebung. Wenn dies gelingt, bin ich wieder frei von der Enttäuschung. Ich bin befreit. Gelingt dies nicht, bin ich beschwert. Wenn mir dies bei meinen Kindern gelingt, führe ich sie anstatt sie zu er-ziehen. Ich gebe ihnen einen sicheren Raum dafür, dass sie ihre Erfahrungen – vor denen ich sie nicht wirklich schützen kann – unversehrt durchleben können statt ein Leben lang durch diese beschwert zu sein.

Der Ursprung von all unseren Machtkämpfen ist der Mangel. Irgendwann bereits in meiner frühesten Kindheit werde ich mit der Erfahrung konfrontiert, dass ich (gefühlt) nicht genug bekomme. Wenn es mir in diesen Situationen nicht gelingt, wie oben beschrieben, mich durch den seelischen Schmerz wieder zur Freude, Liebe und Verbundenheit durchzufühlen, fängt mein Verstand an, an Mangel zu glauben und mein Bewusstsein auf Mangel auszurichten. Dies macht mein Verstand aus einer Art Schutzbedürfnis heraus, denn ich muss ja den Mangel bemerken, um mich vor diesem schützen zu können. Selbstverständlich entwickelt mein Verstand auch einen „Plan“, einen „Schutzmechanismus“, wie ich mich vor Mangel schützen kann, z. B. durch „machen, machen, noch mehr machen“ oder ich muss noch besser werden, „besser sein als andere“, sehr oft eine Form des Antreibens, eine Form von Unzufriedenheit u. v. m. Was dadurch passiert ist, dass ich auf Mangel fixiert werde. In jeder Situation „scannt“ mein Verstand erstmal, ob genug (für mich) da ist bzw. ob ich genug bekommen habe. Was dadurch wiederum (energetisch) passiert ist, dass ich den Mangel kontrolliere. Denn nur dort wo Mangel ist, kann ich auf die Idee kommen zu vergleichen, zu urteilen, zu bewerten, ob ich genug bekommen habe. Dadurch wird Mangel zu einem Konstrukt, zu einer Idee, einer Phantasievorstellung in meinem Kopf. Ich investiere in den Glauben an Mangel und dieser wird dadurch für mich gefühlt real. Ich versuche gegen den Mangel zu kämpfen, doch da ich diesen kontrolliere, gebe ich diesem durch mein Kämpfen Energie. Ich habe keine Chance dem Mangel zu entkommen. Ob ich es will oder nicht investiere ich in etwas, was ich nicht in meinem Leben haben will anstatt mich für etwas zu engagieren, was in meinem Leben sein soll.

Gerade durch Mangel kommt es zu einem der ältesten Machtkämpfe, der Konkurrenz. Aus eigener Erfahrung kann ich hier sagen, dass dies gerade bei Geschwisterkindern sehr deutlich wird. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, dass meine Schwester (gefühlt) eine ganz andere Kindheit erfahren hat als ich, obwohl meine Eltern aus deren Sicht heraus uns immer gleich behandelt haben.

Doch auch wenn ich ein Einzelkind bin, bin ich nicht vor dieser Erfahrung gefeit, denn ich erlebe den Umgang mit anderen Kindern und Machtkämpfe/Streitereien, Sorgen und Ängste meiner Eltern.

Hier stellt sich nun die Frage, wie komme ich aus dem Hamsterrad des Mangelbewusstseins raus? Wie gelingt es mir, all meine Konkurrenz und Machtkämpfe aufzugeben und „Frei von Sorgen“ zu werden? Eine Möglichkeit ist, all das loszulassen. In meinen Coachings werde ich oft gefragt: Wie funktioniert denn das nun mit dem Loslassen? Allein dieses Thema ist es Wert, diesem einen eigenen Blogartikel zu widmen, denn es gibt mehrere Möglichkeiten des Loslassens.

Hier möchte ich auf eine sehr kraftvolle und – aus meiner Erfahrung heraus – sehr effektive Methode des Loslassens eingehen. Es ist die Kraft und die Macht der bewussten Entscheidung. Ich entscheide mich bewusst für etwas, was ich in meinem Leben haben will, was in meinem Leben sein soll, z. B. Liebe, Verbundenheit, Ordnung, Teamgeist, Fülle usw. Diese Entscheidung treffe ich nicht (nur) mit meinem Verstand sondern mit meinem ganzen Bewusstsein. Mit dieser Entscheidung lasse ich all meinen Glauben an das los, was nicht in meinem Leben sein soll, wie z. B. Mangel oder auch Idioten, Arschlöcher, Versager usw. Die Kraft der bewussten Entscheidung (nicht die verstandsmäßige Entscheidung) ist es, die die „durchschlagende“ Wirkung erzielt, dass ich dass, wofür ich mich entscheide sofort in meinem Leben habe (obwohl sich im Außen noch nichts verändert hat). Diese Entscheidung bewirkt, dass ich mein Bewusstsein darauf ausrichte. In allem was ist, sehe ich das jeweilige Ausmaß dessen wofür ich mich entschieden habe (auch wenn dieses Ausmaß erstmal gering erscheint). Humor und Kreativität sind es, die mir dann zur Verfügung gestellt werden, um durch mein Handeln, dieses Ausmaß auszudehnen. Damit engagiere ich mich für etwas, was ich in meinem Leben haben will, anstatt gegen etwas zu kämpfen, was nicht in meinem Leben sein soll. Der Unterschied ist gravierend!

Wenn ich bemerke, dass ich in alte Muster zurück falle bedeutet das nicht, dass das Prinzip der bewussten Entscheidung bzw. des Loslassens nicht funktioniert, sondern, dass ich mich nicht mit meinem ganzen Bewusstsein, mit meiner ganzen Bewusstheit dafür entschieden habe. Es sind immer noch Widerstände da. Aus eigener Erfahrung kann ich hier sagen, dass es immer wieder notwendig ist, diese Entscheidung zu treffen, bis das „in jeder Situation das vorhanden Ausmaß an Liebe zu sehen“ zu einer Lebensweise geworden ist. Dazu braucht es Geduld, Ausdauer, Disziplin und die Bereitschaft zu erkennen, dass all das, was als „Unliebe“ daherkommt, was ICH als „Unliebe“ wahrnehme „nur“ Ideen und Phantasievorstellungen in meinem Kopf sind, die nicht wirklich existieren. Deshalb kann ich den Glauben daran jederzeit loslassen.

In meinen Coachings unterstütze ich die bewusste Entscheidung durch Joining, integrative Konstellationsaufstellungen oder auch durch kraftvolle Schritte-Übungen. Letztere kann ich dir für die tägliche Anwendung sehr empfehlen. Stell dir dazu die Frage: Was will ich? Was auch immer in deinen Gedanken auftaucht, nimm es, entscheide dich dafür und gehe einen Schritt dafür. Achte darauf, dass Du Dich nicht für etwas entscheidest, was du nicht mehr oder nicht mehr so viel in Deinem Leben haben willst, z. B. Ich will nicht mehr so viel leiden. Das ist kontraproduktiv, da Dein Bewusstsein dann weiterhin auf das Leiden ausgerichtet ist. Entscheide dich für etwas, was stattdessen in Deinem Leben sein soll. Geh so viele kraftvolle Schritte dafür, bis du (energetisch) eine Veränderung bemerkst, z. B. dass es sich leichter oder wahrer anfühlt. Das praktische an dieser Übung ist – und auch hier spreche ich aus eigener Erfahrung – dass du diese Übung jederzeit und überall anwenden kannst, beim Spazieren gehen, auf dem Weg zur Arbeit, beim schoppen usw.

Auch bei unseren Machtkämpfen geht es weder um gut oder schlecht noch um richtig oder falsch. Auch hier geht es darum: Was will ich? Was sind meine Werte? Krieg oder Frieden, Leben oder Tod, Gesundheit oder Krankheit? Welche Energie möchte ich in der Welt vermehren? Bleibe ich in meinen Streitereien, Wut, Groll, Recht haben wollen usw. vermehre ich diese Energien in der Welt und in mir selbst. Diese Energien haben vernichtenden Charakter. Diese hindern mich daran, Liebe zu geben und zu empfangen. Mit diesen aggressiven Energien greife ich mich selbst und die Welt an. Die Frage ist hier weniger, was das mit der Welt macht sondern viel mehr, wie ich mit mir selbst umgehe. Denn so wie ich mit mir umgehe, gehen andere mit mir um. Tut mir das gut? Bringt mir das Spaß, Freude, Erfüllung, Leichtigkeit, Wohlergehen? Die andere Alternative wäre mich für Liebe und Frieden zu entscheiden und diese Energien zu vermehren.

In meinen Coachings weise ich auch immer wieder darauf hin, dass wir frei sind, dass wir einen freien Willen haben und uns frei entscheiden können. Wenn Du also glaubst, dass Dir Deine Machtkämpfe, Wutanfälle, Streitereien um das Recht haben wollen, Spaß und Freude bringen, dann bleib dabei. Das ist nicht schlimm. Das was dadurch (energetisch) passiert, ist, dass du all das auch in der Welt siehst, du siehst diese Machtkämpfe, Wutanfälle, Streitereien auch bei anderen, da Dein Bewusstsein darauf ausgerichtet ist. Die Ausrichtung Deines Bewusstseins und Deiner Wahrnehmung wird durch deine Entscheidung bestimmt, dadurch wofür Du Dich entscheidest was Du tust. Entscheidest Du Dich für Deine Machtkämpfe wirst Du diese auch in der Welt und bei anderen wahrnehmen. Wie gelingt es Dir, damit umzugehen? Kannst Du all das frei lassen, akzeptieren? Oder beschwerst Du Dich über andere, die das Gleiche tun wie Du?

Ich persönlich habe mich dafür entschieden, meine Machtkämpfe und damit auch die Erfahrungen aus meiner Vergangenheit loszulassen. Das ist kein Prozess von „zwei Tagen“ doch erfahre ich seitdem viel mehr Erfolg und Lebensfreude, Leichtigkeit, Fülle, Wertschätzung und LIEBE in meinem Leben, die ich wiederum mit anderen teile. Das ist es wofür es sich für mich lohnt, meine Machtkämpfe aufzugeben.

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