Das Prinzip der Vergebung

Das, was ich lebe, wenn ich nicht Vergebung lebe ist meiner Meinung nach nachtragend zu sein.

Vielleicht sagst du dir jetzt, naja, dann brauche ich hier nicht weiterlesen, ich bin nicht nachtragend. Wenn ich einmal gesagt habe: "Schwamm drüber", dann ist das auch so!

Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich genauso gedacht. Es war interessant für mich zu erkennen, dass nachtragend zu sein sich nicht nur im Denken zeigt. Es ist vielmehr eine tiefsitzende, nicht immer bewusste Einstellung, die zu einer Lebensweise wird.

Ob ich nachtragend bin oder nicht, erkenne ich an den Situationen, die ich erlebe. Wie lange "hänge" ich in einer aktuellen Enttäuschung/Verletzung fest? Gelingt es mir sofort, mich durch diese hindurch zu den anderen hinzufühlen und die Beziehung wichtiger zu nehmen als meine eigene Befindlichkeit oder bleibe ich zunächst in dieser Situation stecken, fange an mich ungerecht behandelt zu fühlen, bewerte, urteile, fühle mich schlecht, greife den anderen (wenn auch nur gedanklich) an. Für wie lange bleibe ich hier stecken und wie beende ich das (gefühlt)? Vielleicht kennst du das Gefühl, dass mit jeder Enttäuschung/Verletzung, die du in einer Beziehung erfährst, diese mehr und mehr "kaputt" geht oder zu zerstören droht?

Wenn ich es so empfinde, dann bin ich energetisch stecken geblieben und nachtragend, auch wenn ich mich dem anderen wieder zuwende. Es gelingt mir nicht mehr, mich zu 100 % einzubringen. Mit jeder Enttäuschung wird es weniger und weniger. Ich glaube, ich kann nicht mehr vertrauen, fange an mich zurückzunehmen, zu kontrollieren und darauf zu warten, dass der andere sich irgendwie wieder mehr einbringt. Vielleicht sitzt ein Schmerz auch so tief, dass ich das Gefühl habe dem anderen erstmal aus dem Weg gehen zu müssen. Ich rede nicht mehr mit ihm, weiche ihm aus. Auch das ist eine Form von Trennung, von nachtragend sein. Wenn es mir gelingt, in der Verbundenheit zu dem anderen anzukommen ohne das Gefühl zu haben, dass die Beziehung darunter gelitten hat, bin ich wirklich weitergegangen, bin ich durchgegangen, habe aufgehört festzustecken. Meine persönliche Erfahrung ist hier, dass ich dann in dieser Beziehung mehr Nähe fühle als vorher.

In unserem Leben gibt es sogenannte Wiederholungen. Vielleicht kennst du das. Situationen, Enttäuschungen der gleichen Art wiederholen sich auf unterschiedliche Weise. Z. B. Jemand, der wiederholt eine neue Partnerschaft eingegangen ist erlebt, dass er immer wieder betrogen wird. Oder es gibt Menschen, die erleben immer wieder Situationen, in denen sie sich für sich selbst oder andere schämen (fremdschämen). Eine andere Möglichkeit, wie sich Wiederholungen zeigen können ist, wenn jemand in seinem Umfeld oft Leute hat, die sich streiten, ärgern, sich beschweren oder auch oft erlebt, dass Paare sich trennen. Auch wenn ich Situationen erlebe, in denen ich immer wieder zu verlieren, zu versagen scheine, sozusagen "den Kürzeren ziehen", sind das Wiederholungen. All diese Wiederholungen sind Zeugen davon, dass ich auf eine mir nicht bewusste Weise nachtragend bin. Nicht einmal 10 % einer solchen Erfahrung haben etwas mit der aktuellen Situation zu tun. Alles andere geht auf vergangene Erfahrungen zurück.

Wenn ich heute eine solche Wiederholung erfahre, in der ich noch aufgrund einer Situation aus der Vergangenheit nachtragend bin erkenne ich das daran, dass diese mit einer unangenehmen Gefühlserfahrung einhergeht: Enttäuschung, Verrat, Wut, Ärger, Groll, Erniedrigung, schrecklich sein, Sinnlosigkeit, idiotisch sein, versagen u.v.m.

Offensichtlich kann sich das in meinem Leben zeigen durch Streitereien, Machtkämpfe, Ärger, Sorgen, ständig gibt es Probleme, die gelöst werden müssen, Missverständnisse in der Partnerschaft, mit den Kindern oder Kollegen oder durch Außenseiter sein, Mobbing, Erschöpfung usw.

Nachtragend sein ist weder gut noch schlecht. Vergeben ist weder gut noch schlecht. Beides sind Möglichkeiten, die dazu dienen, mein Leben zu beeinflussen, es leichter oder schwieriger zu machen. Und auch ein leichtes oder schwieriges Leben ist weder gut noch schlecht. Es geht darum, was ich will, was ich wählen möchte.

Was "energetisch" passiert, wenn ich nachtragend bin ist, dass ich eine Situation, in der ich gefühlt Unrecht erfahren habe nicht vergessen möchte. Mein Verstand, der Meister der Erinnerung, ist es der mir dazu rät, damit ich weiß, wovor ich mich schützen muss. Dieser ist es auch, der meine erste Reaktion, mein erstes (ursprüngliches) Verhalten, mit welchem ich mich (oder auch andere sich selbst oder mich) "gerettet" haben abspeichert und stets abrufbar bereit hält. Sobald ich heute eine Erfahrung mache, die mit dem ebenfalls von damals abgespeicherten Gefühl einher geht macht es "klick, klick, klick" und noch bevor ich überhaupt nachdenken kann ist die Reaktion von damals schon ausgelöst. Vielleicht kennst du solche Situationen, in denen du dich fragst: "Ich weiß gar nicht, was in mich gefahren ist, was mit mir los war?" Oder du erlebst so etwas von anderen, auf eine deiner Reaktionen und glaubst du bist "im falschen Film", weil du es gar nicht so gemeint hast, wie es verstanden wurde. Genau solche Situationen passieren, weil unsere "wunden Punkte" (Trigger- oder Angriffspunkte) eben nicht sichtbar sondern nur fühlbar sind. Doch ich bemerke, ich bin etwas abgeschwiffen. Bitte entschuldige.

Was also energetisch passiert, wenn ich nachtragend bin ist, dass ich Erfahrungen aus der Vergangenheit nehme, diese vor mich stelle und jederzeit vor mir sozusagen her trage. Ich trage also diese Erfahrungen vor mir her und gleichzeitig anderen Menschen in meinem aktuellen Leben nach (im Sinne von hinterher). Das äußert sich dann darin, dass ich anderen von meinen Erfahrungen erzähle und darauf hinweise, dass mir selbiges auch mit dem und dem und der und der passiert ist. Fazit: Ich habe mit meiner Erfahrung Recht! Nur gut, dass ich einen "Schutzmechanismus" ersonnen habe, der mir hilft, mich vor solchen Situationen zu schützen. Ich weiß schon, wie ich damit umgehe! Ich weiß mich schon zu wehren! Doch Stopp! Denk nach! Was ist das für ein "Schutzmechanismus" der dafür sorgt, dass ich immer wieder in solche Gefahrensituationen gerate? Müsste ein wirklich funktionierender Schutzmechanismus nicht dafür sorgen, dass er mich ein für alle Mal vor solchen Situationen bewahrt?

Genau! Ich denke auch! Doch solch ein Schutzmechanismus kommt eben nicht aus meinem Verstand. Mein Verstand speichert Erinnerungen ab, urteilt, bewertet und kontrolliert, dass ich mit all meinen Erfahrungen Recht behalte indem er in gewisser Weise in mir Vorstellungen erzeugt die wiederum dafür sorgen, dass ich Situationen erlebe, die mir beweisen, dass ich mit meinen Erfahrungen, Urteilen und Bewertungen Recht habe - ein Kreislauf, der womöglich niemals endet.

Es ist die Energie der Vergebung, die es möglich macht, aus dem nachtragend sein herauszukommen. Wahrhafte Vergebung bewirkt, dass "Dinge" oder auch Erfahrungen ungeschehen gemacht werden. Nicht in dem Sinne, dass diese nicht passiert sind sondern, dass diese keine Macht mehr über mich haben. Sie beeinflussen mein Leben nicht mehr. Der "Triggerpunkt" ist verschwunden im Sinne von geheilt. Ich bin frei.

Vergebung erfolgt nicht über den Verstand. Vergebung erfolgt über das Herz. Vergebung geschieht, wenn ich diese fühle und allen Beteiligten zu Teil werden lasse. Viele glauben, dass sie demjenigen, dem sie aufgefordert sind zu vergeben, Recht geben müssen und damit dessen Tun als richtig hinstellen. Das ist nicht das, was Vergebung meint. Vergebung ist eine Form von LIEBE und LIEBE bewertet nicht. Vergebung befreit. Während nachtragend sein den anderen an mich "kettet" bewirkt Vergebung, dass diese Ketten gelöst werden. Das bringt Leichtigkeit, Erfolg, Fluss und Lebensfreude in mein Leben. Ich bin wieder frei und bereit für neue Erfahrungen, für glückliche, liebevolle Erfahrungen.

Oft werde ich gefragt, wie das funktioniert mit der Vergebung. In meinen Coachings hat sich gezeigt, dass es den Teilnehmern viel leichter fällt zu vergeben, wenn sie die Erfahrung noch einmal durchfühlen können. Wenn ich bereit bin zu fühlen, öffne ich mein Herz. Wenn die Teilnehmer auf der Gefühlsebene sind bitte ich sie, sich gefühlsmäßig mit den anderen - in dieser Situation beteiligten - Personen zu verbinden. Wie haben diese sich damals gefühlt oder fühlen sie sich heute? Welche Erfahrungen hatten sie durchlebt, dass sie damals so reagierten oder heute so reagieren? Auf der Gefühlsebene sprechen wir die gleiche Sprache. Hier können wir einander ebenbürtig begegnen. Hier geht es nicht um Recht oder Unrecht. Hier erkenne ich, dass alle gleich sind, dass sich alle gleich gefühlt haben, z. B. gleich hilflos und jeder aufgrund seiner Erfahrungen versucht hat (für ihn selbst) bestmöglich mit dieser Situation umzugehen. Die "Schutzmechanismen" wirkten. Hier wird aus Leid und Mitleid Mitgefühl. Dieses bewirkt, dass alle Bewertungen und Urteile wegfallen. Durch dieses Mitgefühl öffnen sich die Teilnehmer für Ihre Gaben/ihre Werte und sind bereit, diese einzubringen und mit den anderen zu teilen. Sie erkennen, dass die anderen damals nicht hatten, nicht einbringen konnten, was in der Situation gefehlt hatte. Durch dieses Teilen entsteht Verbundenheit, geschieht Vergebung. Ich öffne mich für das wahrhafte Geben und empfange zugleich, was ich gegeben habe.

 

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