Angelina und ein Herzensbruch

Angelina ist ein kleines heranwachsendes Mädchen. Sie ist 10 Jahre alt, hat lange blonde Haare, blaue Augen und wirkt sehr aufgeweckt.

Als Angelina heute aus der Schule kam war sie voller Freude. Sie hatte in einer Mathearbeit eine zwei geschrieben. Gleich wenn sie nach Hause kam, wollte sie ihre Mutter bitten, sie zu ihrer Freundin in die Stadt zu fahren, mit der sie sich zum Spielen verabredet hatte.

Kaum das sie zu Hause war stürzte sie in die Küche und rief: „Mama, Mama, ich habe in der Mathearbeit eine zwei, kannst du mich bitte zur Jule fahren? Wir wollen zusammen spielen und vielleicht gehen ihre Eltern mit uns in den Zoo.

In der Küche stapelten sich Töpfe und Geschirr, im Herd schien gerade ein Kuchen anzubrennen. Das Baby schrie. Die Mutter, die gerade etwas überfordert schien fuhr ihre Tochter etwas barsch an und antwortete: „Was bildest du dir ein? Du weißt doch, dass ich noch jede Menge für das Wochenende vorzubereiten habe. Komm, schaff deine Schulsachen in dein Zimmer und hilf mir und überhaupt hast du gar keine Hausaufgaben zu erledigen?“

Trotzig drehte sich Angelina um, schlug die Tür etwas zu kräftig hinter sich zu und rannte heulend auf ihr Zimmer. Dort schmiss sie den Ranzen in eine Ecke. Mit zusammengeschlagenen Armen und Schmollmund lümmelte sie sich auf ihr Bett. „Das Beste ist, ich bin überhaupt nicht da“, dachte sie. „Mama hat mich gar nicht lieb. Wie es mir in der Schule geht, interessiert sie gar nicht, und die zwei in Mathe reicht ihr auch wieder nicht. Dabei habe ich so viel gelernt dafür. Hätte ich eine eins geschrieben, hätte sie mich bestimmt gefahren. Ph… ich habe überhaupt keine Lust mehr, ich will am liebsten gar nicht da sein.“ Dabei liefen ihr immer wieder ein paar Tränchen über die Augen.

Nachdem sie so eine Weile vor sich hingebockt hatte, hörte sie auf einmal eine leise Stimme ihren Namen rufen. „Angelina, Angelina … was machst du denn da“? Angelina wusste nicht, wo diese Stimme herkam, dennoch antwortete sie ihr. „Ich bin wütend, weil meine Mutter so gemein zu mir ist. Sie versteht mich nicht und hat mich gar nicht lieb und deshalb möchte ich überhaupt nicht mehr da sein.“ Die Stimme antwortete ihr. Du bist bockig Angelina, weil du glaubst, dass deine Mutter ungerecht zu dir war. Das musst du aber nicht sein. Hast du nicht das Chaos in der Küche gesehen? Sie war in diesem Moment mit der gesamten Situation überfordert, wusste nicht, was sie als erstes Tun sollte und dann kamst du noch mit der Bitte, dich zu deiner Freundin zu fahren. Sie fühlte sich von dir einfach nicht gesehen. Geh zu ihr und sage ihr, dass es dir leid tut.“

„Aber ich habe in der Mathearbeit eine zwei geschrieben und sie interessiert das überhaupt nicht. Bestimmt bin ich wieder nicht gut genug für sie.“

„Sicher hat sie das gar nicht richtig gehört. Sie hatte einfach noch keine Zeit, sich mit dir darüber zu freuen. Geh zu ihr hin und sage ihr, dass es dir leid tut.“

Angelina, die immer mehr anfing tief schluchzend zu weinen, weil sie einerseits immer noch trotzig sein wollte, aber auf der anderen Seite auch fühlte, dass diese Stimme die Wahrheit sagte, erwiderte: „Aber sie hat mich gar nicht lieb.“

„Aber du, du hast sie doch lieb, oder?“ Wenn du sie lieb hast, dann lass dich von deinem „Böckchen“ nicht daran hindern, es ihr zu sagen. Gib deinen Trotz auf und geh zu ihr.“

Angelina spürte, wie sie anfing sich zu beruhigen und wie ein warmes Gefühl in ihr aufstieg. „Wer bist du eigentlich?“, fragte Angelina die Stimme. „Ich bin die innere Stimme deines Herzens.“

„Aber warum bist du so leise? Ich habe dich am Anfang kaum gehört.“

„Die schimpfenden Gedanken, die du am Anfang hattest, hat dir dein „Böckchen“ geschickt. Diese Gedanken dienten dazu, dich und deine Mutter anzugreifen, um dir zu beweisen, dass du mit deiner Reaktion im Recht bist. Angriffsgedanken wirken laut, deshalb konntest du mich nicht hören. Dennoch bin ich da und ich antworte dir jedes Mal. Erst wenn du aufhörst, den lauten Gedanken zu folgen, kannst du mich hören. Nun geh zu deiner Mutter und sage ihr, dass es dir leid tut und das du sie lieb hast.“

Angelina schluchzte noch ein paar Mal bevor sie aufstand und zur Küche ging. Leise öffnete sie die Tür.

Ihre Mutter wusch gerade Geschirr ab und Angelina sah, dass sie sehr traurig wirkte. „Mama?“ fragte Angelina leise. „Was?“ fragte ihre Mutter mit etwas derbem Ton zurück, wobei sie versuchte, ihre Traurigkeit vor ihrer Tochter zu verbergen. „Es tut mir leid, Mama. Ich möchte nicht, dass du traurig bist. Ich hab dich doch lieb.“ Die Mutter, die mit diesen Worten nicht gerechnet hatte, war sehr gerührt … Sie ging auf ihre Tochter zu, umarmte sie und weinte. „Mir tut es auch leid, Angelina.“ Du hast so fleißig für die Mathearbeit gelernt und eine zwei geschrieben und ich bin so grob zu dir gewesen. Bitte verzeih mir.“ Ein Gedanke kam in der Mutter hoch und mit diesem Gedanken eine Erinnerung an eine Situation mit ihrer Mutter, die so ähnlich war. Oh, je! Wie sehr hatte sie sich damals geschworen, dass – wenn sie jemals Kinder haben würde – niemals so verständnislos sein wollte. Nun war es ihr doch passiert. Für einen Moment  bekam sie eine Ahnung davon, wie sich wohl ihre Mutter damals gefühlt haben könnte. Sie fühlte Scham in sich aufsteigen, denn sie war damals sehr lange bockig gewesen. Sie sah ihre Tochter an und Dankbarkeit und Freude erfüllten sie. Angelina spürte, wie erneut ein warmes Gefühl in ihr aufstieg, welches sich auszudehnen und sie beide zu umfassen schien. Es war noch viel stärker als vorhin.

„Was das wohl ist?“ dachte Angelina. „Das Angelina ist Gnade. Gnade ist ein Geschenk des Himmels für die Menschen, wenn sie die Verbundenheit, die Versöhnung und damit die Liebe wählen.

Du hast gut gewählt, Angelina, danke, dass du mir vertraut hast.“

Silvia Stiessel, 11.10.2015

zum Prograimm: "Bewusste Elternkompetenz"

 

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